Biologie-Schule.de

Kompaktes Wissen für Schule und Studium

Biologie-Schule.de

Das Nachschlagewerk für Biologie

Die lautesten Tiere

Laut, lauter, am lautesten ...

Elefant Große Tiere wie etwa der Elefant und der Löwe sowie Arten mit bezeichnenden Namen wie "Brüllaffe" werden von vielen Menschen für die lautesten Bewohner unserer Erde gehalten. Tatsächlich sind die Spitzenreiter in Sachen Lautstärke jedoch unter Wasser anzutreffen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Wasser im Vergleich zu Luft eine viel höhere Dichte besitzt, weshalb Schallwellen sich langsamer bewegen und dabei eine höhere Stärke entwickeln.

Das lauteste Lebewesen der Welt bewohnt die tropischen und subtropischen Meere und erreicht eine Körperlänge von gerade einmal fünf Zentimetern. Trotz seiner winzigen Größe kann der in seinem Aussehen recht unscheinbare Knall- oder Pistolenkrebs mit seinen Scheren eine Lautstärke von bis zu 220 Dezibel erzeugen ein Rettungswagen, der mit Sirene fährt, erreicht im Vergleich dazu lediglich 130 Dezibel. Seinen Namen verdankt der kleine Pistolenkrebs seinen Scheren, mit denen er innerhalb weniger Sekunden seine Beute überwältigt. Nachdem er mit der linken Schere sein Opfer ergriffen hat, "schießt" er rechtsseitig und produziert dabei Druckwellen, aus denen sich mehrere tausend Grad heiße Blasen bilden.
Pottwal Fast ebenso laut wird der Pottwal, der zur Ortung und zum Aufspüren von Nahrung Klicklaute erzeugt. Diese erreichen bis zu 200 Dezibel und sind über Entfernungen von mehreren hundert Kilometern zu vernehmen. Auch der Blauwal zählt zu den lautesten Tieren der Welt, denn sein Gesang erreicht fast 190 Dezibel. Der Blauwal verfügt übrigens über ein so exzellentes Gehör, dass er Geräusche über Distanzen von bis zu 1600 Kilometern wahrnehmen kann.
Auch wenn Fische nicht gerade dafür bekannt sind, Geräusche zu produzieren, tanzt ein Vertreter doch aus der Reihe. Der in den pazifischen Küstengewässern Nordamerikas beheimatete Nördliche Bootsmannfisch oder Porichthys notatus erzeugt Klänge, die an Hupen, Bienenschwärme und Motorsägen erinnern. Damit locken die Männchen zur Paarungszeit Weibchen an, die diese Geräusche erst hören können, wenn sie ihre Eier ausbilden.

Löwe An Land gehören einige größere Säugetiere zu den Spitzenreitern, was ihre Lautstärke betrifft. Die meisten Tiere brüllen oder schreien, um ihr Revier zu verteidigen oder Artgenossen zu vertreiben. So sind vor allem der Löwe und der Brüllaffe für ihre ohrenbetäubenden Geräusche bekannt. Wenn der Brüllaffe sein an Eselsschreien und Hundebellen erinnerndes Brüllen ausstößt, kann er über Distanzen von bis zu 16 Kilometern problemlos gehört werden. Als Instrumente dienen dem Brüllaffen ein besonders groß ausgebildeter Kehlkopf und ein kleiner gewölbter Knochen, der sich direkt unter der Zunge befindet und wie ein Schallverstärker funktioniert. Aber auch einige Hyänenarten, darunter die kichernde Tüpfelhyäne erreichen mit ihren Ausrufen eine Lautstärke, die jene von Verkehr, Rasenmähern und anderen alltäglichen lauten Gebrauchsgegenständen bei weitem übertrifft.

Fledermaus Auch eine deutlich kleinere Gruppe unter den Säugetieren kann Laute von bis zu 140 Dezibel erzeugen, die für den Menschen allerdings nicht mehr hörbar sind, da sie sich im Ultraschallbereich bewegen. Die Schreie von Fledermäusen dienen lediglich der Ortung von Beute. Durch Reflexion der Laute kann die Fledermaus genau einschätzen, in welcher Entfernung und Richtung sich das Beutetier aufhält und es auf diese Weise gezielt anfliegen und ergreifen.

Blauwal Grillen und Zikaden gelten im Insektenreich als die lautesten Vertreter und liegen mit ihren Lautstärken dicht hinter dem drittlautesten Tier der Welt, dem Blauwal. Das charakteristische Geräusch ist über bis zu fünfzig Meter weit hörbar und wird durch Reibung der beiden Flügel erzeugt. Nicht nur ihre für die Körpergröße beachtlichen Töne, die je nach Art sogar als melodische Abfolgen vernehmbar sind, machen Grillen zu einzigartigen Lebewesen. Auch ihr Gehör ist dank hochspezialisierter Hörmembranen, die sich an ihren dünnen Beinen befinden, konkurrenzlos.