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Die langsamsten Tiere

Langsam, langsamer, am langsamsten ...

Schnecke Langsam wie eine Schnecke diese Redensart bewahrheitet sich in jeder Hinsicht, denn tatsächlich zählt dieses bekannte Weichtier zu den langsamsten Arten im Tierreich. Um jenes Tier zu definieren, das sich mit der kleinsten Geschwindigkeit fortbewegt, muss man jedoch unterschiedliche Tiergattungen näher betrachten, denn auch so manches Säugetier und einige Meeresbewohner zeigen beim Gehen, Kriechen oder Klettern ein wahres Schneckentempo.

Faultier Das langsamste Säugetier der Erde macht seinem Namen alle Ehre. Das in den Regenwäldern Südamerikas beheimatete Dreifinger-Faultier oder Bradypus tridactylus bewegt sich nämlich äußerst gemächlich von Ast zu Ast und erreicht dabei eine Maximalgeschwindigkeit von gerade einmal vier Metern pro Minute. Wenn sich das Dreifinger-Faultier auf dem Boden aufhält, ist es noch wesentlich langsamer unterwegs, denn dann beträgt seine Durchschnittgeschwindigkeit höchstens 2,4 Meter pro Minute. Faultiere bewegen sich allerdings nur dann, wenn sie eine neue Futterquelle ausfindig machen müssen. Die meiste Zeit hängen sich die überwiegend vegetarisch lebenden Säugetiere mit ihren scharfen Krallen und mit dem Rücken gegen den Boden von einem Ast und sind in den dichten Baumkronen perfekt getarnt. Durch die geringe Bewegung und ihr dickes Fell, das die Körperwärme gut isoliert, verbrauchen sie sehr wenig Energie und benötigen deshalb nur gelegentlich Nahrung. Ihr ausgewogener Energiehaushalt ist mit einer äußerst geringen Stoffwechselrate verbunden, weshalb sie die Bäume nur alle zwei Wochen verlassen müssen, um am Boden Kot und Urin abzugeben. All diese Aspekte machen das Faultier zu einem äußerst gemütlichen Lebewesen, das es sich leisten kann, alle notwendigen Tätigkeiten sehr bedächtig auszuführen.

Seepferdchen Auch im Wasser leben einige Tierarten, die durch eine äußerst langsame Fortbewegung auffallen. Als der langsamste Fisch gilt das Seepferdchen, das in einer Stunde gerade einmal eineinhalb Meter zurücklegt. Um vorwärts zu kommen, nutzt das Seepferdchen mehr die Strömung als dass es schwimmt. Die im Verhältnis zum Körper sehr kleinen Flossen, die sich auf der Rückenseite und am Hinterkopf befinden, dienen dabei in erster Linie der Steuerung. Unter den Meeresbewohnern existieren jedoch einige Tierarten, sich sich noch wesentlich langsamer fortbewegen als das Seepferdchen.
Seestern Unter den Seesternen, die sich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter einem Zentimeter pro Minute fortbewegen, gilt der Gemeine Seestern zwar als der 'Spitzenreiter'. Auch er schafft es jedoch nur, maximal fünf bis acht Zentimeter in einer Minute zurückzulegen. Auch Seeigel erreichen nur Höchstgeschwindigkeiten von zwei Zentimetern pro Minute und zählen daher zu den langsamsten Tierarten der Welt. Um sich kriechend fortbewegen zu können, müssen Seesterne ihren Körper vom Untergrund leicht abheben und die Wasserströmung ausnutzen. Noch langsamer sind Seeanemonen, die zwar als halbsessile Tiere äußerst standorttreu sind, dank ihrer Fußscheibe jedoch in der Lage sind, sich auf hartem Untergrund oder im Sand zu bewegen. Dabei schaffen sie jedoch lediglich einige Millimeter pro Tag. Um schneller vorwärts zu kommen, lösen sich einige Arten vollständig vom Boden, rollen den breiten Körper zusammen und lassen sich schwimmend von der Strömung treiben. Im Meer existieren mit Seepocken oder Korallen auch Tierarten, die sich nach dem Larvenstadium, im Zuge dessen sie einen idealen Standort gefunden haben, nie wieder von dort wegbewegen. Die Fortbewegung findet bei solchen Tieren lediglich generationenübergreifend statt. In solchen Fällen sprechen die Wissenschaftler nur mehr von der sogenannten Ausbreitungsgeschwindigkeit.

Weinbergschnecke Unter den für ihre bedächtige Fortbewegung bekannten Schnecken gilt die Bananenschnecke als der langsamste Vertreter. Diese auffällig gelb gefärbte und schwarz gefleckte Nacktschneckenart ist in Nordamerika beheimatet und erreicht mit einer Geschwindigkeit von nur zehn Zentimetern in der Stunde nicht einmal das, was wir als Schneckentempo bezeichnen würden. Im Vergleich dazu muss die heimische Weinbergschnecke sogar als schnell bezeichnet werden, denn sie schafft es immerhin, sieben Meter in einer Stunde zurückzulegen.