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Der Nerz - Steckbrief

Steckbrief

Nerz Name: Nerz
Weitere Namen: Europäischer Nerz und Amerikanischer Nerz
Lateinischer Name: Mustela lutreola bzw. Neovison vison
Klasse: Säugetiere
Größe: 30 - 45cm
Gewicht: 0,5 - 2,5kg
Alter: 4 - 10 Jahre
Aussehen: dunkelbraunes Fell
Geschlechtsdimorphismus: Ja
Ernährungstyp: Fleischfresser (carnivor)
Nahrung: Ente, Möwe, Hase, Kaninchen, Insekten, Amphibien
Verbreitung: Europa, Asien, Nordamerika
ursprüngliche Herkunft: Europa bzw. Nordamerika
Schlaf-Wach-Rhythmus: dämmerungs- und nachtaktiv
Lebensraum: Uferregion an Steh- und Fließgewässern mit dichter Vegetation
natürliche Feinde: ?
Geschlechtsreife: gegen Ende des ersten Lebensjahres
Paarungszeit: Februar - April
Tragzeit: 40 - 80 Tage
Wurfgröße: 2 - 10 Jungtiere
Sozialverhalten: Einzelgänger
Vom Aussterben bedroht: Nein

Weitere Steckbriefe von Tieren findest du im Tierlexikon.

Interessantes über den Nerz

  • Die Nerze beschreiben eine zwei Arten umfassende Gattung innerhalb der Marder.
  • Dabei wird zwischen dem Europäischen Nerz oder Mustela lutreola und dem Amerikanischem Nerz, Mink oder Neovison vison unterschieden.
  • Beiden Nerzarten ist ihre semiaquatische Lebensweise gemeinsam.
  • Der Amerikanische Nerz war ursprünglich nur in Nordamerika beheimatet, da einige Exemplare aus Nerzfarmen befreit wurden oder flüchteten, ist er heute jedoch auch in Europa und Asien anzutreffen.
  • Der Europäische Nerz hingegen war ursprünglich fast überall in Europa beheimatet, durch die intensive Verfolgung ist er heute jedoch in Mitteleuropa fast ausgerottet. Lediglich im Donaudeltas sowie einigen Regionen Frankreichs, Weißrussland und Spaniens leben noch vereinzelt Europäische Nerze. Diese sind jedoch durch die Minks, die ihnen den Lebensraum streitig machen, bedroht.
  • Beiden Nerzarten sind ihr dichtes und wasserabweisendes dunkelbraunes Fell und die typische marderartige Statur gemeinsam.
  • Nerze besitzen einen langgestreckten und schlanken Körper mit kurzen Beinen. An ihr Leben im Wasser sind sie mit den Schwimmhäuten zwischen den Zehen perfekt angepasst.
  • Nerze halten sich stets in der Nähe von fließenden oder stehenden Gewässern auf. Sie sind bei Bächen, Flüssen, Seen oder Teichen ebenso anzutreffen wie bei Küstengewässern.
  • Wichtig ist eine üppige Ufervegetation und das Vorhandensein von Höhlen und Spalten.
  • Nerze sind talentierte Raubtiere, die sich hauptsächlich von Wasservögeln wie Möwen, Teichhühnern und Enten sowie deren Gelegen und Küken ernähren. Darüber hinaus erbeuten sie auch Nagetiere, Mauswiesel und Hermeline, Kaninchen und junge Hasen, Insekten und Amphibien.
  • Je nach Art erstreckt sich die Paarungszeit von Februar bis April. Im Sommer bringen die Weibchen nach einer fast zweimonatigen Tragzeit mehrere blinde Jungtiere zur Welt, die meist zweieinhalb Monate gesäugt werden und mit spätesten einem halben Jahr ausgewachsen sind.
  • Die Lebenserwartung der Nerze beträgt etwa sieben Jahre, wobei in Gefangenschaft lebende Tiere bis zu zehn Jahre alt werden können.
  • Beide Nerzarten werden wegen ihres kostbaren Fells gejagt, das in der Pelzindustrie hohe Preise erzielt. Seit den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts werden Amerikanische Nerze in Pelztierfarmen gezielt gezüchtet.