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Biografie und Lebenslauf von Max Planck

Steckbrief & Allgemeine Informationen

Max Planck Name: Max Planck
Geburt: 23. April 1858 in Kiel
Tod: 4. Oktober 1947 in Göttingen
Erreichtes Lebensalter: 89 Jahre
Eltern: Wilhelm von Planck, Emma von Planck (geb. Patzig)
Nationalität: Deutschland
Ausbildung: Ludwig-Maximilians-Universität München
Beruf: Physiker
Fachbereich: Theoretische Physik, Quantenphysik
Familie: Marie Merck (verh. 18871909), Marga von Hoesslin (verh. 19111947); vier Kinder aus erster Ehe, ein Kind aus zweiter Ehe
Auszeichnung: Nobelpreis für Physik (1918)
Einflüsse: Albert Einstein, Erwin Schrödinger

Die Max-Planck-Gesellschaft gilt als die führende Institution zur Grundlagenforschung in Deutschland. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg dem großen Physiker und Nobelpreisträger Max Planck zu Ehren benannt, der mit seiner Arbeit an der Quantentheorie die Grundlagen der modernen Physik schuf.

Kurzbiografie:

Kindheit und Ausbildung:
Max Karl Ernst Ludwig Planck wurde am 23. April 1858 als Sohn des Juraprofessors Wilhelm von Planck in Kiel geboren. Schon sein Großvater und sein Urgroßvater waren Gelehrte in hohen Positionen, die Familie blickt daher auf eine lange Tradition der Verbundenheit zur Wissenschaft zurück. Mit Emma Planck, der Mutter von Max Planck, war der Vater in zweiter Ehe verheiratet und hatte insgesamt vier Kinder. Aus der ersten Ehe von Wilhelm Planck waren zwei Kinder hervorgegangen. Im Jahr 1867 übersiedelte die Familie nach München, wo dem Vater nach seiner mehrjährigen Lehrtätigkeit in Kiel eine Position als Professor für Zivilprozessrecht angeboten worden war. In München besuchte Max Planck das renommierte, von den Söhnen vieler intellektueller Familien besuchte Maximiliansgymnasium, wo er eine klassische Schulausbildung mit Schwerpunkt Latein erhielt. In diesen Jahren prägend wurde Hermann Müller, sein Mathematiklehrer, der den Schülern auch die Grundlagen der Physik und Mechanik vermittelte. Im Alter von sechzehn Jahren schloss Max Planck seine Schulausbildung mit dem Abitur ab und zog zunächst in Erwägung, als begeisterter Sänger, Cellist und Klavierspieler Musik zu studieren. Obwohl er als Jugendlicher und auch während seiner Studienzeit gerne komponierte, entschied er sich schließlich für das Studium der Physik. Dieses nahm er im Jahr 1875 an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität auf. Dort wurden die Dozenten Philip von Jolly, Wilhelm Beetz und Philip Ludwig von Seidel zu den prägenden Einflüssen. Im Jahr 1877 wechselte er nach Berlin an die Friedrich-Wilhelms-Universität, wo er sein Studium abschloss und mit einer Dissertation über die mechanische Wärmetheorie promovierte. Bereits im Alter von 22 Jahren habilitierte er mit einer Schrift mit dem Titel "Gleichgewichtszustände isotroper Körper in verschiedenen Temperaturen", legte ein Jahr später sein Staatsexamen ab und war anschließend einige Jahre als Privatdozent an der Münchener Universität tätig.

Akademische Laufbahn und wissenschaftliche Errungenschaften:
Im April 1885 ging Max Planck nach Kiel und übernahm dort einen Lehrstuhl an der Christian-Albrechts-Universität. Als Professor erarbeitete sich Planck in seinen Jahren in Kiel einen hervorragenden Ruf als theoretischer Physiker und nahm erfolgreich an verschiedenen wissenschaftlichen Wettbewerben teil. Vier Jahre später übersiedelte er abermals nach Berlin, wo er zunächst als außerordentlicher Professor tätig war und später den Lehrstuhl für theoretische Physik als Nachfolger von Gustav Kirchhoff übernahm. Während seiner Zeit in Berlin konzentrierte sich Max Planck auf seine Forschungen auf dem Gebiet der Wärmestrahlung sowie jener Körper, die elektromagnetische Strahlen unterschiedlicher Frequenzen absorbieren und wieder abstrahlen können. Im Zuge seiner Untersuchungen gelang ihm die Erarbeitung des Gesetzes der schwarzen Wärmestrahlung für alle Frequenzbereiche, das unter dem Begriff des "Planckschen Strahlungsgesetzes" bekannt wurde. Während seiner Forschungen zu diesem Thema hatte seine Hypothese, dass die elektromagnetischen Strahlungen als winzige Partikel oder "Quanten" messbar sind, den Grundstein für die Quantenmechanik gelegt, die später als Grundlage der Atom- und Kernphysik ein völlig neues Gebiet innerhalb der Physik beschreiben sollte und ab den 1920er-Jahren von bedeutenden Physikern wie Niels Bohr, Werner Heisenberg und Erwin Schrödinger weiterentwickelt wurde. Es dauerte allerdings noch über zehn Jahre, bis Max Planck mit seiner Quantentheorie den internationalen Durchbruch als Wissenschaftler feiern konnte.
Zwischen 1905 und 1909 und in den Jahren 1915/16 wurde Max Planck der Vorsitz der Deutschen Physikalischen Gesellschaft übertragen. Für sein Engagement wurde er im Jahr seines goldenen Doktorjubiläums 1929 mit der sogenannten Max-Planck-Medaille ausgezeichnet, die an ihn als ersten Preisträger ging. Im Jahr 1912 wurde Max Planck zum Sekretär und Wissenschaftsorganisator der Preußischen Akademie der Wissenschaften ernannt, eine Tätigkeit, die er mit Unterbrechungen bis zum Jahr 1938 ausführte. Seit 1913 war er zudem Rektor der Universität in Berlin. Für seine wissenschaftliche Arbeit, die zur Begründung der Quantentheorie geführt hatte, wurde Max Planck mit dem Orden Pour le Merité, im Jahr 1918 schließlich mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.
Da sein Haus im Jahr 1944 im Zuge eines Luftangriffs völlig zerstört wurde, verloren Max Planck und seine Familie fast den ganzen Besitz. Seine letzten Jahre verbrachte er, schwer gezeichnet von den Kriegsverhältnissen bei Verwandten in Göttingen. Trotz seines gesundheitlichen Verfalls engagierte er sich nach dem Krieg für den Wiederaufbau der deutschen Wissenschaft und befand sich wiederholt auf Vortragsreisen im Ausland. Er verstarb am 4. Oktober 1947 an den Folgen eines Schlaganfalls in Göttingen, wo er auf dem Stadtfriedhof beigesetzt wurde.

Privates:
Mit seinem Ruf nach Kiel im Jahr 1885 war eine feste Anstellung mit finanzieller Absicherung verbunden, die es Max Planck ermöglichte, sich mit seiner Jugendfreundin, der Bankierstochter Marie Merck zu verloben. Nach der Eheschließung im März 1887 brachte seine Frau zunächst einen Sohn namens Karl, später Zwillingstöchter und den zweiten Sohn Erwin zur Welt. Karl Planck fiel im Ersten Weltkrieg, seine beiden Töchter überlebten die Geburten ihrer ersten Kinder nicht. Marie Planck verstarb im Jahr 1909 nach langer Krankheit, was den Wissenschaftler schwer erschütterte. Nach zwei Jahren der Trauer heiratete Max Planck im Jahr 1911 Margarete von Hoeßlin, die Nichte von Marie Merck. Die um 25 Jahre jüngere Frau gebar ihm noch im selben Jahr den gemeinsamen Sohn Hermann.
Sein ganzes Leben fühlte sich Max Planck zur Musik hingezogen und komponierte während seiner Studienzeit zahlreiche Stücke, darunter auch eine Operette. In regelmäßigen Abständen veranstaltete er in seiner Wohnung kleine Konzerte, eine Tradition, die er von seinen intellektuellen und kulturell äußerst interessierten Eltern übernommen hatte. Im Zuge dieser Privatveranstaltungen hielten sich viele Kollegen und bedeutende Naturwissenschaftler, darunter Otto Hahn, Otto von Baeyer und Lise Meitner als Gäste in seiner Wohnung auf.
Max Planck sprach sich nach der Machtübernahme der Nazis wiederholt gegen das Regime aus und stand der Entlassung jüdisch-stämmiger Wissenschaftler stets ablehnend gegenüber, was er sogar in einer persönlichen Unterredung mit Hitler betonte. Wiederholt versuchte Max Planck, die Arbeitsverbote für jüdische Kollegen zu verzögern. Sein persönliches Engagement zeigte er auch im Jahr 1935, als er trotz des offiziellen Verbotes eine Gedenkfeier anlässlich des Todes von Fritz Haber, des berühmten jüdischen Chemikers organisierte. Nach dem Attentat auf Hitler im Jahr 1944 musste Max Planck erleben, dass sein geliebter Sohn Erwin als Kämpfer des Widerstandes und Mitglied der Gruppe um Carl Friedrich Goerdeler trotz seiner wiederholten Interventionen bei Himmler und Göring im Jahr des Kriegsendes in Plötzensee hingerichtet wurde.

Als Max Planck sich dazu entschied, Physik zu studieren, wurde er von seinem späteren Professor Philipp von Jolly darauf hingewiesen, dass es in diesem Fach nichts mehr zu entdecken gäbe. Nur wenige Jahrzehnte später hatte er mit der Quantentheorie über die Strahlung glühender Körper die Grenzen der Physik seiner Zeit gesprengt und das Weltbild revolutioniert. Die Wissenschaftler der nachfolgenden Generationen entwickelten mit der Quantenphysik und der Relativitätstheorie später die wichtigsten Grundpfeiler jener Physik, die im Laufe des 20. Jahrhunderts zahlreiche bahnbrechende wissenschaftliche Entwicklungen ermöglichte.

Lebenslauf:

1858: Max Planck wird am 23. April 1858 in Kiel geboren.
1874: Abitur am Maximiliansgymnasium in München.
1875 - 1879: Studium der Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
1877 - 1878: Studium der Physik an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin.
1879: Dissertation zum Thema "Über den zweiten Hauptsatz der mechanischen Wärmetheorie".
1880: Habilitation zum Thema "Gleichgewichtszustände isotroper Körper in verschiedenen Temperaturen".
1880 - 1885: Arbeit als Privatdozent an der Universität in München.
1885 - 1889: Lehrstuhl für Theoretische Physik an der Christian-Albrechts-Universität Kiel.
1887 - 1909: Ehe mit Marie Merck. Aus dieser Beziehung gehen vier Kinder hervor.
1889 - 1926: Lehrstuhl für Physik an der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin.
1905 - 1909: Vorsitzender der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.
1909: Plancks Ehefrau Marie stirbt.
1911 - 1947: Ehe mit Marga von Hoesslin. Aus dieser Ehe geht ein Kind hervor.
1918: Nobelpreis für Physik.
1926: Ernennung zum auswärtigen Mitglied der Royal Society.
1929: Verleihung der Copley-Medaille.
1929: Verleihung der Max-Planck-Medaille.
1930 - 1937: Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften.
1945: Plancks Sohn, Erwin Planck, wird vom nationalsozialistischen Regime in Berlin erhängt.
1947: Max Planck stirbt am 4. Oktober 1947 in Göttingen.

Empfehlenswerte Literatur zu Max Planck: