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Biografie und Lebenslauf von Thomas Alva Edison

Steckbrief & Allgemeine Informationen

Thomas Alva Edison Name: Thomas Alva Edison
Geburt: 11. Februar 1847 in Milan (Ohio, USA)
Tod: 18. Oktober 1931 in West Orange (New Jersey, USA)
Erreichtes Lebensalter: 84 Jahre
Eltern: Samuel Ogden Edison, Nancy Matthews Elliott
Nationalität: USA
Ausbildung: /
Beruf: Erfinder
Fachbereich: Elektrotechnik
Bekannteste Erfindung: Kohlefaden-Glühlampe (1879)
Familie: Mary Stilwell (verh. 1871–1884), Mina Miller (verh. 1886–1931); aus beiden Ehen gingen jeweils drei Kinder hervor
Auszeichnungen: National Inventor’s Day zu Ehren Edisons

Als einer der bedeutendsten und fleißigsten Erfinder des 19. und frühen 20. Jahrhunderts brachte Thomas Alva Edison der Welt zahlreiche technische Geräte, die den modernen Alltag maßgeblich prägten. Ob Glühbirne, Telefon, Schreibmaschine oder die direkten Vorläufer wichtiger Geräte der Unterhaltungsindustrie – die elektrischen Apparate Edisons führten dazu, dass der Erfinder zu einem der reichsten Unternehmer seiner Zeit aufstieg. Auch wenn andere Visionäre noch zu seinen Lebzeiten bessere Lösungen entwickelten, haben wir die alltägliche Nutzung von Strom zu großen Teilen der unermüdlichen Arbeit Edisons zu verdanken.

Kurzbiografie:

Kindheit und Ausbildung:
Thomas Alva Edison wurde in der Ortschaft Milan im Norden des US-Bundesstaates Ohio am 11. Februar 1847 als jüngstes von insgesamt sieben Kindern einer Lehrerin und eines politisch engagierten Bauern und Grundstücksspekulanten geboren. Nach dem Umzug der Familie im Jahr 1855 nach Michigan besuchte er nur wenige Monate lang die Schule und wurde anschließend von seiner intellektuell geprägten Mutter unterrichtet. Im Jahr 1859 trat er im Alter von nur zwölf Jahren ins Berufsleben ein, als er eine Anstellung bei einem Zeitungs- und Süßwarenhändler erhielt, der seine Waren in Passagierzügen zwischen Detroit und Port Huron anbot. Während seinen Jahren als Trainboy verbrachte Thomas Alva Edison viel Zeit mit Lesen von Büchern über Technik und Physik, um sich die langen Bahnfahrten von der Arbeit nach Hause sinnvoll zu vertreiben. Seine Literatur bezog er hauptsächlich aus der öffentlichen Bibliothek in Detroit. Da er schon in jungen Jahren ein Talent zur Führung von Menschen hatte, gelang es ihm, andere Burschen für sich arbeiten zu lassen, während er sich in den Gepäckswagen zurückzog und dort seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Lesen nachging. Die aus den Büchern gesammelten Informationen testete er, indem er im Zug ein kleines Labor einrichtete und dort heimlich Experimente durchführte. Während dieser Zeit schrieb er bereits kleine Artikel für seine eigene Zeitung, die er den Zuggästen verkaufte. Im Jahr 1862 begann er eine Ausbildung zum Telegrafisten und übte diese Tätigkeit ab 1863 in unterschiedlichen Anstellungen aus. Seine beruflichen Verpflichtungen führten ihn in den Jahren bis 1868 nach Boston, Louisville, Startfort, Memphis und in einige andere Städte. Durch seine Tätigkeiten erwarb sich Edison in diesen Jahren eine umfassende Bildung in Telegrafentechnik und im wirtschaftlichen Bereich dieser Branche. Sein Wissen vertiefte er durch die Lektüre von Fachliteratur.

Berufliche Laufbahn und wissenschaftliche Errungenschaften:
Seine Ausbildung veranlasste ihn dazu, ab 1868 an eigenen Erfindungen innerhalb der Telegraphentechnik zu arbeiten. Seine erste Entwicklung war eine Duplex-Technik, mit der zwei Nachrichten gleichzeitig über eine einzige Leistung übertragen werden konnten. Um sich innerhalb der Fachwelt so schnell wie möglich einen Namen zu machen, verfasste er über seine Errungenschaft einen Bericht, den er bereits im April 1868 in der Zeitschrift "The Telegrapher" veröffentlichte. Mit seinem ersten Patent auf einen elektrisch betriebenen Stimmenzähler zur schnelleren Abstimmung bei politischen Versammlungen, das er noch im Jahr 1868 anmeldete, hatte er jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Daraufhin übersiedele Edison nach New York und fand dank des Elektroingenieurs Franklin Leonard Pope, den er dort kennengelernt hatte, eine gut bezahlte und mit großer Verantwortung verbundene Anstellung in der Gold & Stock Telegraph Company. Mit Pope gründete Edison später die Pope, Edison & Co. Die beiden Techniker entwickelten gemeinsam einige erfolgreiche Erfindungen, die sie zum Patent anmeldeten. Das Unternehmen existierte jedoch nur wenige Jahre, da es zwischen Edison und Pope zu Meinungsverschiedenheiten kam. Die gemeinsamen Patente wurden im Jahr 1870 von der Gold & Stock Telegraph Company erworben. Pope vertrat später als Patentanwalt einige Techniker, die sich im Rechtsstreit mit Edison befanden.

Nachdem Edison und Pope getrennte Wege gingen, fand der Erfinder in dem Techniker William Unger einen neuen Partner und richtete sich in Newark eine eigene Werkstatt ein. In den nächsten Jahren stellte er Telegraphen für zahlreiche Privatkunden her. Diese lukrativen Aufträge führten zur Expansion seines Unternehmens, die Edison dazu veranlasste, seinen Partner Unger auszubezahlen und gegen den Erfinder Joseph Thomas Murray auszutauschen. Dieser wirtschaftlich äußerst gut überlegte Schritt markierte den Beginn des bedeutsamen globalen Konzerns, mit dem Edison später Wirtschaftsgeschichte schrieb. Dennoch waren diese Jahre noch immer mit finanziellen Unsicherheiten verbunden, da sein Einkommen nur zeitweise gesichert war.
Erst im Jahr 1876 wurde er praktisch über Nacht weltberühmt, nachdem er die Leitung des Menlo Park Laboratoriums übernommen und seine bahnbrechende Erfindung des Phonographen der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. Mit diesem Gerät gelang es Edison, erstmals gesprochene Stimmen oder Musik aufzunehmen und anschließend durch eine von Hand gedrehte Trommel wieder abzuspielen. Die mit Stanniol umwickelte Trommel ging als Edison-Walze in die Geschichte der Technik ein. Die nächsten Jahre waren von zahlreichen Erfindungen geprägt, die Edisons internationalen Ruf als visionärer Techniker untermauerten und ihn zu einem schwerreichen Mann machten. Da Edison von einer Elektrifizierung urbaner Räume träumte, konzentrierte er sich in den späten Siebzigerjahren des 19. Jahrhunderts auf die Entwicklung der Glühbirne, die ihm in den Jahren 1879/80 erste internationale Erfolge einbrachte. Es folgten die Gründungen unterschiedlicher Unternehmen wie der Edison Lamp Co. oder der Edison Electric Light Co. sowie von Zweigstellen in Europa, die die Glühlampen vertrieben. Edison meldete über dreißig Patente auf technische Entwicklungen rund um die Glühlampe an, die ab 1883 zu einer schrittweisen Stromversorgung New Yorks durch unterirdisch verlegte Kabel führten.
Im Jahr 1893 ging ein lukrativer Vertrag zur Elektrifizierung der Weltausstellung in Chicago an Edisons Konkurrenten George Westinghouse. Dieser hatte in dem kroatischen Erfinder Nikola Tesla, der zuvor kurze Zeit im Unternehmen Edisons tätig gewesen war, einen genialen Mitarbeiter gewonnen, der durch die Idee eines rotierenden magnetischen Feldes den Wechselstrom entwickelt hatte. Zwischen Edison, der den Gleichstrom als einzige Möglichkeit einer Elektrifizierung favorisierte und Westinghouse kam es dadurch zum sogenannten Stromkrieg, der ersten bedeutenden wirtschaftlichen Auseinandersetzung in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Westinghouse gelang es schließlich durch die Arbeit seines unentbehrlichen Mitarbeiters Nikola Tesla, eine mit Wechselstrom betriebene und im Vergleich zu Edisons Erfindung wesentlich effizientere Glühlampe vorzustellen, die nicht flackerte.
Nach seiner Niederlage im Stromkrieg konzentrierte sich Edison auf technische Entwicklungen innerhalb der Filmindustrie und erfand mit dem Kinetographen den direkten Vorläufer der heutigen Filmkamera. Dieser Erfolg veranlasste ihn dazu, sich ab Beginn des 20. Jahrhunderts mit der elektrischen Einrichtung von Filmstudios und der Entwicklung von verschiedenen Tonträgern zu beschäftigten. Damit machte sich Edison einen wichtigen Namen als einer der Pioniere der US-amerikanischen Filmindustrie. Im Jahr 1915 wurden Thomas Edison und Nikola Tesla für den Nobelpreis vorgeschlagen. Da sie sich jedoch beide weigerten, die Auszeichnung zusammen entgegenzunehmen, wurden sie bei der Auswahl übergangen. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete der alternde Edison vermehrt an der Verbesserung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Bevor er am 18. Oktober 1931 in New Jersey verstarb, hatte er das lange von ihm abgelehnte Prinzip des Wechselstroms als bessere Lösung anerkannt und seine Arroganz gegenüber Westinghouse und Tesla als gravierenden Fehler zugegeben.

Privates:
Im Jahr 1871 heiratete Edison Mary Sitwell, die die Mutter seiner Tochter Marion und seiner beiden Söhne Thomas Alva Jr. und William wurde. Sie verstarb bereits im Jahr 1884, woraufhin Edison Mina Miller heiratete. Auch aus dieser Ehe gingen eine Tochter und zwei Söhne hervor. Sein Sohn Charles, der im Jahr 1890 geboren wurde, übernahm nach dem Rückzug seines Vaters im Jahr 1927 die Führung des Konzerns.

Thomas Alva Edison galt nicht nur als visionärer Erfinder, sondern auch als höchst begabter und skrupelloser Unternehmer, der viele seiner Konkurrenten durch bisweilen zweifelhafte Geschäftspraktiken ausstach. Im Laufe seiner Karriere meldete er fast 1100 Patente an. Um Teslas Errungenschaften zu denunzieren, ließ er zahlreiche Tiere, darunter auch Katzen und Hunde im Zuge öffentlicher Vorführungen durch Wechselstrom qualvoll verenden. Mit der Elektrisierung und Tötung eines Elefanten legte er den Grundstein zur Entwicklung des elektrischen Stuhls, der in den USA bis ins Jahr 2013 zur Hinrichtung von zum Tode verurteilten Menschen benutzt wurde.

Lebenslauf:

1847: Thomas Alva Edison wird am 11. Februar 1847 in Milan (Ohio, USA) geboren.
1859 - 1862: Arbeit als Verkäufer für Süßigkeiten und Zeitungen im Zug von Detroit nach Port Huron.
1862: Ausbildung zum Telegrafist.
1863 - 1868: Arbeitsstelle als Telegrafist bei James MacKenzie.
1869: Arbeitsstelle als Telegrafist bei Gold & Stock Telegraph Company.
1869 - 1870: Edison gründet mit dem Ingenieur Franklin L. Pope die Firma "Pope, Edison & Co".
1870 - 1872: Zusammenarbeit mit dem Mechaniker William Unger.
1871 - 1884: Ehe mit Mary Stilwell. Aus der Beziehung gehen drei Kinder hervor.
1872: Zusammenarbeit mit dem Mechaniker Joseph Thomas Murray.
1877: Erfindung des Phonographen. Das Gerät dient der Aufnahme/Wiedergabe von akust. Signalen.
1879: Edison meldet die Glühbirne zum Patent an.
1886 - 1931: Ehe mit Mina Miller. Aus der Beziehung gehen drei Kinder hervor.
1890: Gründung der Edison General Electric Company.
1891: Patentanmeldung des Kinetographen, einer Art Filmkamera.
1892: Die Edison General Electric Co. fusioniert mit Thomson-Houston Electric Co. zu General Electric.
1890: Anmeldung der wiederaufladbaren Batterien beim Patentamt.
1931: Thomas Alva Edison stirbt am 18. Oktober 1931 in West Orange (New Jersey, USA).

Empfehlenswerte Literatur zu Thomas Alva Edison: