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Biografie und Lebenslauf von Nikola Tesla

Steckbrief & Allgemeine Informationen

Nikola Tesla Name: Nikola Tesla
Geburt: 10. Juli 1856 in Smiljan
Tod: 7. Januar 1943 in New York (USA)
Erreichtes Lebensalter: 86 Jahre
Eltern: Milutin Tesla, Duka Tesla
Nationalität: Serbien, USA
Ausbildung: Universität Graz
Beruf: Physiker, Ingenieur
Fachbereich: Elektrotechnik
Erfindungen / Entdeckungen: u.a. Teslaspule, Zweiphasenwechselstrom
Familie: Nikola Tesla blieb zeitlebens ehe- und kinderlos
Auszeichnungen: u.a. Edison-Medallie (1916)

Frequenzmesser, Blitzableiter, Tachometer, Hochfrequenzlampe, drahtlose Übertragung von Signalen, erste Geräte zur Nutzung von Sonnenenergie dies sind nur wenige Beispiele der bahnbrechenden Erfindungen, die auf Nikola Tesla zurückgehen. Der Techniker verstand es jedoch nie, sich selbst zu vermarkten und ist daher trotz seiner außergewöhnlichen Leistungen in Vergessenheit geraten.

Kurzbiografie:

Kindheit und Ausbildung:
Nikola Tesla wurde am 10. Juli 1856 im dem kleinen zentralkroatischen Dorf Smiljan geboren. Seine serbisch-stämmigen Eltern waren sehr religiös, der Vater Milutin Tesla war als serbisch-orthodoxer Geistlicher tätig. Seine Mutter Georgina hatte keine Erziehung im Lesen oder Schreiben erhalten, besaß jedoch ein exzellentes Gedächtnis und war daher fähig, viele wichtige Bibelpassagen und literarische Verse auswendig zu rezitieren. Nikola Tesla wurde zunächst in Gospic auf die Grundschule geschickt, bevor er im Jahr 1870 nach Karlovac übersiedelte, um das dortige Gymnasium zu besuchen. Während dieser Zeit lebte er im Haushalt seiner Tante. Schon in seiner frühen Kindheit war sich Nikola Tesla bewusst, dass er anders dachte als seine Altersgenossen und fand es deshalb schwer, Freundschaften zu schließen. Der frühe Unfalltod seines älteren Bruders Dane war für den kleinen Nikola ein schwerer Schlag, den er damit verarbeitete, schon im Alter von nur fünf Jahren mit verschiedenen technischen Anwendungen zu experimentieren . Im Alter von zwölf Jahren hatte er bereits seine erste Erfindung konstruiert, eine mit Vakuum betriebene Pumpe, aus der er später die berühmte Tesla-Turbine entwickelte. Die strenge religiöse Erziehung durch seinen Vater empfand Nikola Tesla als äußerst einengend. Lieber verbrachte er seine Freizeit in der freien Natur, wo er verschiedene Wetterschauspiele wie Gewitter und Blitze beobachtete und den Wunsch entwickelte, solche Naturphänomene mit technischen Mitteln nachahmen zu können.

Nach der Schulausbildung ging er nach Graz, um dort an der Kaiserlich-Königlichen Technischen Hochschule zu studieren. Im ersten Jahr belegte er unterschiedliche Vorlesungen, um sich schließlich auf das Studium des Maschinenbaus festzulegen. Sein Studium schloss er jedoch nicht ab, da er das Interesse an den Vorlesungen verlor und im dritten Jahr verabsäumte, seine Studiengebühren zu begleichen. Die Folge war seine Exmatrikulation im Jahr 1877, die ihn dazu zwang, sich als Maschinenbauer Arbeit zu suchen. Er übersiedelte für einige Zeit nach Marburg an der Donau, fiel jedoch dort bald durch sein exzessives Nachtleben auf und wurde von den Behörden schließlich der Stadt verwiesen. Im Jahr 1879 kehrte er in seinen Heimatort zurück und wurde dort nach dem Tod seines Vaters als Aushilfslehrer tätig.

Auch sein zweiter Anlauf, ein Studium abzuschließen, blieb ohne Erfolg. Sein Onkel hatte ihm zwar ermöglicht und finanziert, in Prag die Karls-Universität zu besuchen, doch Nikola Tesla zahlte auch dort seine Gebühren nicht. Er zog nach Budapest, wo er als Telegrafentechniker für den ungarischen Erfinder Tivadar Puskás tätig wurde. Dieser hielt eine hohe Position im internationalen Unternehmen von Thomas Edison und schlug dem jungen Techniker vor, nach Paris zu gehen und dort für die Continental Edison Company elektrische Installationen in öffentlichen Gebäuden vorzunehmen. In dieser Zeit begann er, sich mit der Konstruktion eines Wechselstrommotors intensiv auseinanderzusetzen, allerdings zeigten seine Kollegen kaum Interesse daran.

Karriere und wissenschaftliche Errungenschaften:
Nach diesen ersten Berufserfahrungen in Paris beschloss Nikola Tesla, sein Glück in New York zu versuchen. Er verkaufte seinen gesamten Besitz, um die Fahrkarte nach New York zu finanzieren und kam dort völlig mittellos an. In New York wurde er zunächst im Unternehmen von Edison tätig, das Dienstverhältnis dauerte allerdings nur einige Monate, da es mit Tesla zu Differenzen kam. Nach seiner Entlassung hielt er sich zunächst mit Gelegenheitsjobs in technischen Betrieben über Wasser, bevor er das Unternehmen Tesla Electric Light and Manufacturing Company gründete. Der gewünschte Erfolg stellte sich damit jedoch nicht ein, denn er wurde von seinen Geschäftspartnern betrogen. Nachdem er Konkurs anmelden musste, gründete er mithilfe der finanziellen Mittel von A. K. Brown die Tesla Electric Company und begann seine Arbeit an einem Wechselstromsystem mit einem rotierenden Magnetfeld, das er schließlich zum Patent anmeldete. Seine Erfindung ermöglichte im Gegensatz zu Edisons Gleichstromsystem, den Strom problemlos auch über größere Distanzen weiterzuleiten und brachte Tesla praktisch über Nacht die Anerkennung der gesamten Ingenieurszunft der Vereinigten Staaten ein. In den nächsten Jahren war er damit beschäftigt, seine Erfindung immer weiter zu perfektionieren und meldete insgesamt sieben Patente an, darunter auch seine berühmte Zweiphasen-Synchronmaschine. Durch öffentliche Vorlesungen über seine technischen Errungenschaften wurde der Unternehmer Westlinghouse, der später mit Edison im sogenannten Stromkrieg die ersten wirtschaftlichen Auseinandersetzungen in der Geschichte der US-Industrie führte, auf sein Wechselstromsystem aufmerksam. Er kaufte Tesla die Rechte für eine hohe Geldsumme und Gewinnbeteiligungen ab, die den Erfinder schlagartig zu einem wohlhabenden Mann machten. Da Westlinghouse die Patente später gegen andere Elektrotechniker juristisch verteidigen musste, sah er sich gezwungen, den Vertrag mit Tesla nach vier Jahren zu lösen.

Nach einem längeren Aufenthalt in Paris und in seinem Heimatdorf in Kroatien kehrte Nikola Tesla im Spätsommer 1889 zurück nach New York und richtete sich dort ein Labor an der Grand Street ein, wo er weiter mit seinen Wechselstromsystemen experimentierte. Durch sein Vermögen, das ihm sein Vertrag mit Westlinghouse eingebracht hatte, leistete er sich einen luxuriösen Lebensstil und wohnte in teuren Hotels. Er befasste sich in jener Zeit auch mit Edisons Glühlampe, um eine Lösung für deren minimale Stromnutzung zu finden. Im Zuge seiner Arbeit konnte er Hochfrequenzströme erzeugen, mit denen er im Jahr 1890 an die Öffentlichkeit ging. Da er diese Erfindung jedoch nicht zum Patent anmeldete, konnte er sie nicht gewinnbringend vermarkten, da innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Nachahmungen existierten. Im Jahr 1900 nahm er das Angebot von J.P. Morgan an, für 150 000 Dollar ein Radio zu bauen, das transatlantische Signale senden konnte. Tesla investierte das Geld in ein Grundstück auf Long Island, wo er einen über fünfzig Meter hohen Turm mit einer Metallkuppel errichten ließ. Obwohl er auf dem Gelände, das er "Wardenclyffe Tower" nannte, fieberhaft an dem Radiosender arbeitete, war es sein italienischer Kollege Marconi, dem es als erster gelang, transatlantische Signale zu senden. Teslas Geschäftsbeziehungen mit Morgan zerbrachen, was für den Erfinder mit erheblichen finanziellen Problemen einherging. Lediglich die Entwicklung der Tesla-Turbine und der Verkauf von Wardenclyffe konnten seine Geldsorgen beheben. Da er seit 1936 eine Ehrenrente von über siebentausend Dollar jährlich bezog, musste er sich bis zu seinem Tod am 7. Januar 1943 keine Sorgen mehr um sein finanzielles Auskommen machen.

Privates:
Nikola Tesla starb allein, wie er auch gelebt hatte. Aus dem Leben des Erfinders sind keine Bekanntschaften oder gar längere Beziehungen zu Frauen bekannt. Tesla soll unter einem extremen Sauberkeitszwang und einer zwanghaften Angst vor Krankheitskeimen gelitten haben, die es ihm unmöglich machten, andere Menschen zu berühren und mit ihnen in näherem Kontakt zu stehen. Vor allem die Berührung von Haaren und Schmuck von Frauen sollen bei ihm starke Übelkeit hervorgerufen haben.

Im Gegensatz zu seinem Konkurrenten Edison, der ein gerissener Geschäftsmann war, durchlebte Nikola Tesla viele Phasen finanzieller Nöte. In seinem höchst produktiven und langen Leben meldete er weit über hundert Patente an. Technische Geräte, die heute in jedem Haushalt selbstverständlich sind, hätten ohne dieses außergewöhnliche Genie nie entwickelt werden können. Auch wenn seine Kollegen wie Marconi und Edison als legendäre Erfinder von Radio, Beleuchtung und anderen Errungenschaften in die Geschichte eingingen, war es in vielen Fällen Nikola Tesla, der bereits zuvor an visionären Lösungen arbeitete, um Energie für Menschen optimal nutzbar zu machen.

Lebenslauf:

1856: Nikola Tesla wird am 10. Juli 1856 in Smiljan geboren.
1875 - 1877: Maschinenbaustudium an der Kaiserlich-Königlichen Technischen Hochschule Graz.
1877: Exmatrikulation, da Tesla seine Studiengebühren nicht fristgerecht bezahlt.
1880: Studium an der Karls-Universität Prag. Exmatrikulation wegen ausstehender Studiengebühren.
1882 - 1884: Mitarbeiter bei der Continental Edison Company in Paris.
1884: Übersiedlung nach New York.
1887 - 1888: Patentanmeldungen zum Zweiphasenwechselstrom.
1888: Tesla hält einen öffentlichkeitswirksamen Vortrag zum Mehrphasenwechselstrom.
1888 - 1889: Arbeit unter der Leitung von Westinghouse.
1896: Experimente mit Röntgenstrahlung.
1902 - 1905: Bau des Wardenclyffe Tower. Der Turm wird wegen finanzieller Nöte nie fertiggestellt.
1916: Verleihung der Edison-Medallie.
1943: Nikola Tesla stirbt am 7. Januar 1943 in New York (USA).

Empfehlenswerte Literatur zu Nikola Tesla: