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Biografie und Lebenslauf von Robert Oppenheimer

Steckbrief & Allgemeine Informationen

Robert Oppenheimer Name: Robert Oppenheimer
Geburt: 22. April 1904 in New York City
Tod: 18. Februar 1967 in Princeton, New Jersey
Erreichtes Lebensalter: 62 Jahre
Eltern: Julius S. Oppenheimer, Ella Friedman
Nationalität: USA
Ausbildung: Harvard Universität, Christ's College Cambridge, Universität Göttingen
Beruf: Physiker
Fachbereich: Theoretische Physik
Familie: Katherine Puening Harrison (verh. 19401967); zwei Kinder
Auszeichnungen: Enrico-Fermi-Preis (1963)

Der Name Robert Oppenheimers, des brillanten theoretischen US-Physikers, ist wie kein anderer mit der Entwicklung der Atombombe verbunden. Als Leiter des Manhattan Projekts in Los Alamos überwachte er die Entwicklung jener Bomben, die im Jahr des Kriegsendes 1945 auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden und verheerende Verwüstungen anrichteten. Robert Oppenheimer zeigte sich später derart schockiert von den Folgen seiner wissenschaftlichen Arbeit, dass er sich den Rest seines Lebens gegen weitere Bombenentwicklungen aussprach und sich als einer der schärfsten Kritiker der Rüstungspolitik zum Feind der US-Regierung machte.

Kurzbiografie:

Kindheit und Ausbildung:
Julius Robert Oppenheimer wurde am 22. April 1904 als älterer von zwei Söhnen wohlhabender jüdischer Einwanderer in New York geboren. Sein Vater Julius S. Oppenheimer hatte als Textilimporteur ein Vermögen gemacht und stammte ursprünglich aus Hanau in Hessen. Seine Mutter Ella Friedmann hatte das Malereistudium in Paris absolviert, besaß in New York ein Atelier und war nebenbei als Kunstlehrerein tätig. Wie sein jüngerer Bruder, der spätere Physiker Frank Oppenheimer, wuchs Robert Oppenheimer in behüteten Familienverhältnissen auf. In New York besuchter er die Ethical Cultural School, die er im Jahr 1921 als einer der Klassenbesten verließ. Zusätzlich war er von einem Privatlehrer im Fach Chemie unterrichtet worden. Nach der Schulausbildung nahm er im Jahr 1922 das Studium an der renommierten Harvard-Universität auf. Er studierte im Hauptfach Chemie, besuchte jedoch auch zahlreiche Vorlesungen in den Fächern Kunst und Literatur, Architektur und Altgriechisch. Erst nach mehreren Semestern wandte sich Robert Oppenheimer auch der Physik zu, da sein Interesse an diesem Gebiet von einem seiner Professoren geweckt wurde. Nachdem er sein Studium in Harvard nach nur drei Jahren mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, ging er für einige Zeit nach Cambridge, um dort im Team des Nobelpreisträgers und Physikers Ernest Rutherford im Cavendish Laboratory zu forschen. Während seines Aufenthaltes in Cambridge trat erstmals seine labile psychische Gesundheit zutage. Er begab sich in eine Therapie und konnte seine seelische Krise bewältigen. Im Anschluss gab er das unter Rutherford verlangte experimentelle Arbeiten auf und konzentrierte sich auf die theoretische Physik, die seinem einzigartigen Talent deutlich besser entsprach.
Bereits im Jahr 1926 hatte Robert Oppenheimer mehrere Abhandlungen über die Quantenmechanik und die Atomstrukturen veröffentlicht und damit das Interesse des deutschen Physikers und späteren Nobelpreisträgers Max Born geweckt. Dieser holte Robert Oppenheimer nach Göttingen, wo der junge Wissenschaftler im Jahr 1927 promovierte und in engem Kontakt mit einigen der führenden europäischen Atomwissenschaftler wie Niels Bohr, Paul Dirac und Werner Heisenberg stand. Während seiner Zeit in Göttingen veröffentlichte Oppenheimer zahlreiche Arbeiten über Quanten- und Atomphysik, die ihm im Alter von nur 25 Jahren eine Anstellung als Assistenzprofessor an der University of California in Berkeley ermöglichten.

Berufliche Laufbahn und wissenschaftliche Errungenschaften:
Seine theoretischen Arbeiten über kosmische Strahlung, Neutronensterne und Positronen brachte Robert Oppenheimer in den Dreißigerjahren einen exzellenten Ruf innerhalb der Fachwelt ein. Ab dem Jahr 1929 war er in Pasadena als Professor der Physik am California Institute of Technology tätig, wo er bis zum Jahr 1945 blieb. Im Jahr 1942 wurde Robert Oppenheimer jene Position angeboten, die ihm später den Beinamen "Vater der Atombombe" einbrachte. Dabei handelte es sich um die Leitung des sogenannten Manhattan-Projekts, dessen Ziel der Bau der ersten US-amerikanischen Atombombe war. Die Regierung der Vereinigten Staaten hatte das Projekt ins Leben gerufen, um zu verhindern, dass Nazi-Deutschland die erste Atommacht werden könnte. Im Zuge seiner Tätigkeit für diese Operation gelang es Oppenheimer, einige der führenden Wissenschaftler jener Zeit für das Projekt zu gewinnen. Er veranlasste die Verlegung der Forschungseinrichtungen nach Mexico, wo mitten in der Wüste das Los Alamos National Laboratory angelegt wurde. Während seiner Zeit als Leiter des Manhattan-Projekts wurden die "Little Boy" und "Fat Man" genannten Atombomben entwickelt, die Anfang August 1945 auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden und das Leben von über 300 000 Menschen forderten. Die Anzahl jener Menschen der nachfolgenden Generationen, die als Bewohner dieser japanischen Städte später aufgrund der radioaktiven Verseuchung erkrankten und starben, kann bis heute nicht verifiziert werden. Im Juli zuvor war unter der Aufsicht Oppenheimers und der Anwesenheit einiger führender Physiker in der Wüste New Mexicos die erste Nuklearexplosion entzündet worden.

Im Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Robert Oppenheimer, der "Vater der Atombombe" für seine wissenschaftlichen Verdienste und die organisatorische Arbeit in Los Alamos mit der "Medal for Merit", einer der renommiertesten Auszeichnungen der Vereinigten Staaten geehrt. Als Vorsitzender des Beratungskomitees der US-amerikanischen Atomenergiebehörde geriet Oppenheimer jedoch mit dem republikanischen Politiker Lewis Lichtenstein Strauss über die Entwicklung der Wasserstoffbombe derart in Konflikt, dass er vorübergehend vom FBI überwacht wurde. Oppenheimer versuchte, die Entwicklung der Wasserstoffbombe zu verhindern, indem er die wissenschaftlichen Arbeiten behinderte. Seine Einstellung gegen die Wasserstoffbombe resultierte aus den Verwüstungen in Japan, die Oppenheimer zutiefst schockiert hatten. Durch seine offensichtlich regierungsfeindliche Position wurde er zeitweise beschuldigt, als russischer Spion tätig zu sein und schließlich aus allen geheimen US-Regierungsprojekten ausgeschlossen. Er wurde in der McCarthy-Ära von einem Ausschuss beschuldigt, in kommunistischen Kreisen zu verkehren, da das FBI seine Vergangenheit durchleuchtet und dabei Kontakte des Wissenschaftlers zu politisch linksgerichteten Intellektuellen aufgedeckt hatte. Im Jahr 1954 wurde er schließlich auf Veranlassung Eisenhowers aus allen Ämtern entlassen. Erst neun Jahre später wurde er durch John F. Kennedy rehabilitiert und auf dessen Wunsch mit dem Enrico-Fermi-Preis der Atomenergiebehörde ausgezeichnet. Die letzten Lebensjahre verbrachte Robert Oppenheimer damit, Arbeiten über die Beziehung zwischen Gesellschaft und Wissenschaft zu veröffentlichen. Zu den wichtigsten Werken Oppenheimers aus den Fünfzigerjahren zählt "Science and the Common Understanding", zu Deutsch "Wissenschaft und allgemeines Denken". Er erlag am 18. Februar 1967 im Alter von 63 Jahren in Princeton seinem Kehlkopfkrebsleiden.

Privates:
Während seiner Zeit als Assistenzprofessor in Berkeley kam Oppenheimer mit vielen jungen Intellektuellen in Kontakt, die wie er kommunistische Ideen vertraten. Diese politische Einstellung wurde ihm später in der McCarthy-Ära zum Verhängnis. Im Jahr 1936 lernte Oppenheimer die Ärztin Jean Tatlock kennen, die ähnliche politische Ideen vertrat wie er und die Tochter eines Professors in Berkeley war. Nach einer dreijährigen Beziehung mit Tatlock begann Oppenheimer im Jahr 1939 eine Affäre mit der Botanikerin Katherine Kitty Puening Harrison, die in dritter Ehe verheiratet war. Durch den Eintritt einer Schwangerschaft ließ sie sich von ihrem Mann scheiden und heiratete kurz darauf Robert Oppenheimer. Aus der Ehe mit Kitty gingen mit Peter und der in Los Alamos geborenen Katherine zwei Kinder hervor.

Nach Jahrzehnten einer beispiellosen wissenschaftlichen Laufbahn erfuhr Robert Oppenheimers Karriere durch seine kritische Einstellung gegenüber der US-Rüstungspolitik ein jähes Ende. Dennoch setzte er seine Arbeit als theoretischer Physiker und Professor auch nach den für ihn äußerst problematischen Fünfzigerjahren fort. Auch die Verleihung des Enrico-Fermi-Preises als Wiedergutmachung für die Diskriminierung, die er in unter McCarthy und Eisenhower erfahren hatte, änderten nichts daran, dass er zu einem Symbol des unüberbrückbaren Konfliktes zwischen Moral, Politik und Wissenschaft geworden war.

Lebenslauf:

1904: Robert Oppenheimer wird am 22. April 1904 in New York City geboren.
1921: Abschluss an der Ethical Cultural School in New York.
1922 - 1925: Studium der Chemie an der Universität Harvard.
1926: Arbeit an der Universität Cambridge unter Ernest Rutherford.
1927: Promotion an der Universität Göttingen.
1929 - 1945: Professor der Physik am California Institute of Technology.
1940 - 1967: Ehe mit Katherine Puening Harrison. Aus dieser Beziehung gehen zwei Kinder hervor.
1942 - 1945: Leiter des Manhatten-Projekts, zum Bau der Atombombe.
1946: Verleihung der Medal for Merit, der höchsten zivilen Auszeichnung der USA.
1953: Oppenheimer wird der Spionage und Sabotage bezichtet. Entlassung aus allen Ämtern.
1963: Verleihung des Enrico-Fermi-Preis auf Vorschlag von US-Präsident John F. Kennedy.
1967: Robert Oppenheimer stirbt am 18. Februar 1967 in Princeton, New Jersey.

Empfehlenswerte Literatur zu Robert Oppenheimer: