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Biografie und Lebenslauf von Werner von Siemens

Steckbrief & Allgemeine Informationen

Werner von Siemens Name: Werner von Siemens
Geburt: 13. Dezember 1816 in Lenthe
Tod: 6. Dezember 1892 in Berlin
Erreichtes Lebensalter: 75 Jahre
Eltern: Christian Ferdinand Siemens, Eleonore Henriette Deichmann
Nationalität: Deutschland
Ausbildung: Vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule (Berlin)
Beruf: Erfinder
Fachbereich: Elektrotechnik
Bekannteste Erfindung: Elektrischer Generator
Familie: Mathilde Drumann (verh. 18521865), Antonie Siemens (verh. 18691892); vier Kinder aus erster Ehe, zwei Kinder aus zweiter Ehe

Der Konzern Siemens gilt heute als eines der bedeutendsten globalen Unternehmen überhaupt. Er geht auf den visionären Erfinder und Techniker Werner von Siemens zurück, der zunächst die Telegrafentechnik revolutionierte und später mit seiner Dynamomaschine ermöglichte, elektrische Energie nutzbar zu machen.

Kurzbiografie:

Kindheit und Ausbildung:
Werner von Siemens wurde als Ernst Werner Siemens am 13. Dezember 1816 als viertes von insgesamt vierzehn Kindern eines Gutspächters geboren. Die ersten Lebensjahre verbrachte Werner von Siemens in seinem Geburtsort Lethe in der Nähe von Hannover, bevor die Familie im Jahr 1823 aufgrund beruflicher Verpflichtungen des Vaters nach Mecklenburg übersiedelte. Dort wurde Werner von Siemens zunächst von seiner Großmutter und von seinem Vater, später von einem Hauslehrer in den Basisfächern unterrichtet, bevor er ab dem Jahr 1832 das humanistische und altsprachliche Gymnasium Katharineum in Lübeck besuchte. Nach der Schule, die er nach zwei Jahren im Frühjahr 1834 ohne Abschluss abbrach, strebte er danach, ein technisches Studium aufnehmen zu können. Da die Familie unter finanziellen Problemen litt, blieb ihm dieser Wunsch jedoch zunächst versagt. Ein ehemaliger Lehrer riet Werner von Siemens dazu, sich in Berlin als Offizier beim Ingenieurcorps der Armee zu bewerben, um auf diese Weise Zugang zu einer technischen Ausbildung zu erhalten. Er wurde zwar in Berlin an der Militärakademie der Preußischen Armee aufgrund des großen Bewerberandrangs abgelehnt, war jedoch bei der Artillerie in Magdeburg erfolgreich. Dort wurde er als Offiziersanwärter zugelassen und von dort aus nach einem Jahr an die Königliche Artillerie- und Ingenieurschule in Berlin geschickt. Die nächsten drei Jahre verbrachte er in Berlin, wo er schließlich seinen Abschluss an der Militärakademie machte. An dieser Schule lernte er den bedeutenden Physiker und Chemiker Heinrich Gustav Magnus kennen, der dort als Lehrer tätig war und einen enormen Einfluss auf den jungen Siemens nahm. Gustav Magnus war auch derjenige, der später die von Siemens entwickelte Dynamomaschine in Fachkreisen bekannt machte und dadurch wesentlich zum Erfolg des Erfinders beitrug.
Kurze Zeit nach seiner Beförderung zum Leutnant reiste Siemens erstmals wieder nach Hause. Dieser Heimaturlaub war die letzte Gelegenheit, seine Eltern lebend zu sehen, denn seine Mutter verstarb im Sommer 1839, einige Monate später auch der Vater. Als ältester Sohn war er nun verpflichtet, die Obsorge für seine Geschwister zu übernehmen.

Beruflicher Werdegang und wissenschaftliche Errungenschaften:
Im Jahr 1841 wurde er zu fünf Jahren Gefängnis in der Zitadelle Magdeburg verurteilt, da er sich als Sekundant duelliert hatte. Die Zeit seiner Haft nutzte er dazu, intensive physikalische Forschungen anzustellen und seine Theorien in Experimenten zu testen. In der Zitadelle wurde ihm erlaubt, ein Labor einzurichten, in dem er ein Verfahren zur wahlweisen Vergoldung oder Versilberung von Gegenständen entwickelte. Seine Entdeckung ließ er sich als Galvanotechnik patentieren und verkaufte sie gewinnbringend an einen Juwelier. Bereits ein halbes Jahr nach seiner Verurteilung wurde Siemens begnadigt und nahm nach seiner Versetzung seine Tätigkeit in der Berliner Artilleriewerkstatt auf. Dort entwickelte er Seeminen, die von der Ferne gezündet werden konnten und trug damit wesentlich dazu bei, einen Angriff der dänischen Marine am Hafen von Kiel zu vereiteln.
Obwohl er nach seinem Umzug nach Berlin im Jahr 1842 noch einige Jahre beim Militär blieb, konzentrierte er sich allmählich auf seine eigenen Erfindungen und versuchte, diese auch gewinnbringend zu verkaufen. Daher entwickelte er in den ersten Jahren seiner Tätigkeit vorwiegend kleine und verwertbare Elemente etwa den Zeigertelegrafen oder einen Dampfmaschinenregler, um genug Geld für den Lebenserhalt seiner jüngeren Geschwister verdienen zu können. Noch während seiner Anstellung beim Militär gründete er als Offizier im Jahr 1846 mit Johann Georg Halske das Unternehmen Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske, das als direkter Vorläufer des internationalen Großkonzerns Siemens in die Geschichte einging. Den Feinmechaniker Halske hatte Siemens über seinen ehemaligen Lehrer Gustav Magnus kennengelernt, der in seinem Haus Treffen und Diskussionen mit Technikern und Physikern organsierte. Dort hatte Werner Siemens einen Vortrag über seinen elektrischen Zeigertelegrafen gehalten, der das Interesse von Halske weckte. Die Zusammenarbeit zwischen dem Visionär Siemens und dem begabten und äußerst präzise arbeitenden Halske erwies sich als ausgesprochen fruchtbar. Das Unternehmen der beiden, das von einem wohlhabenden Verwandten von Werner Siemens finanziert worden war, erhielt bereits im Jahr 1848 den ersten wichtigen Auftrag, die Telegraphenleitung zwischen Berlin und Frankfurt zu konstruieren.

Die Erfindung seines Zeigertelegrafens brachte Werner Siemens auf der ersten Londoner Weltausstellung des Jahres 1851 eine renommierte Auszeichnung ein. Durch das internationale Interesse konnten Siemens und Halske auch in Großbritannien und Russland Fuß fassen und erhielten dort lukrative Aufträge, die in den folgenden Jahren zur Erweiterung der Produktionsstätten im Ausland führten. Die Londoner Niederlassung erlitt jedoch in den frühen Sechzigerjahren erhebliche Verluste nach einem gescheiterten Auftrag, die zu einer Entzweiung der beiden Firmengründer führte. Halske verlangte von Siemens, die Londoner Gesellschaft abzustoßen, womit Siemens sich nicht einverstanden zeigte. Die Auseinandersetzung führte dazu, dass sich Halske im Jahr 1867 endgültig aus dem Unternehmen zurückzog. Bereits zwei Jahre zuvor hatte Werner Siemens mit seinen Brüdern Carl und Wilhelm die Siemens Brothers & Co. in England gegründet und fuhr damit fort, Telegrafenverbindungen zu bauen, die London und Irland mit verschiedenen Ländern anderer Kontinente, darunter mit den Vereinigten Staaten verbinden sollten. In Deutschland hingegen gelang es Werner Siemens, den Schwerpunkt des Unternehmens allmählich auf die Elektrotechnik zu verlegen. Er entwickelte ein Gerät, das mechanische Energie gemäß des dynamo-elektrischen Prinzips in elektrischen Strom umwandeln konnte. Mit seiner Dynamomaschine, dem Vorläufer des Elektromotors hatte Siemens möglich gemacht, elektrischen Strom für verschiedene Zwecke nutzbar zu machen. Gustav Magnus und Wilhelm Siemens trugen wesentlich dazu bei, dass die Erfindung im Jahr 1867 in den Fachkreisen Berlins und Londons Anerkennung fand. 1879 präsentierte Werner Siemens in Berlin mit der ersten Straßenbeleuchtung und ersten elektrischen Eisenbahn gleich zwei Erfindungen, die das tägliche Leben in den nächsten Jahren revolutionierten. Nachdem in Berlin im Jahr 1881 die von seinem Unternehmen entwickelte erste elektrische Straßenbahn der Welt eröffnet wurde, ernannte Kaiser Wilhelm I. den Visionär zum Ritter. Im Jahr 1888 wurde er von Wilhelm III. in den Adelsstand erhoben und nannte sich in den letzten Jahren seines Lebens Werner von Siemens. Er starb in Berlin-Charlottenburg am 6. Dezember 1892 an einer Lungenentzündung, nachdem er sich erst drei Jahre zuvor aus dem Familienunternehmen zurückgezogen hatte.

Privates:
Werner von Siemens war zweimal verheiratet. Aus der Ehe mit Mathilde Drumann, die bereits im Jahr 1865 verstarb, gingen zwei Söhne und zwei Töchter hervor. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Werner von Siemens Antoine Siemens, eine entfernte Verwandte, die ihm einen Sohn und eine Tochter gebar. Zwei seiner Söhne übernahmen noch vor dem Tod des Vaters die Leitung des Familienunternehmens.

Werner von Siemens war nicht nur als visionärer Erfinder von Bedeutung, sondern auch in Hinblick auf die Führung seines Unternehmens seiner Zeit weit voraus. Er war der erste Unternehmer, der seine Mitarbeiter sozial absicherte und den Neun-Stunden-Tag einführte. Mit der Gründung der "Siemens Pensionskasse" übernahm er weitere soziale Verantwortung für seine zu Lebzeiten sechstausend Mitarbeiter, deren Alters- und Krankenversorgung er bewusst sicherte. Damit setzte er nicht nur als erster Unternehmer in Deutschland Maßnahmen zum Schutz von Alten, Kranken, Witwen und Waisen der Arbeiterschicht, sondern verstand es auch, die Loyalität seiner von ihm wertgeschätzten Angestellten zu sichern.

Lebenslauf:

1816: Werner von Siemens wird am 13. Dezember 1816 in Lenthe geboren.
1835 - 1838: Besuch der Königliche Artillerie- und Ingenieurschule Berlin.
1841: Verurteilung zu fünf Jahren Haft wegen Teilnahme an einem Duell.
1841: Entwicklung der elektrischen Galvanisierung zur Vergoldung/Versilberung von Gegenständen.
1841: Begnadigung und Freilassung aus der Haft.
1846: Entwickung und Konstruktion eines elektrischen Zeigertelegrafen.
1846: Gründung von "Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske".
1852 - 1865: Ehe mit Mathilde Drumann. Aus dieser Beziehung gehen vier Kinder hervor.
1866: Entwicklung des ersten elektrischen Generators.
1867: Entdeckung des dynamoelektrischen Prinzips.
1869 - 1892: Ehe mit Antonie Siemens. Aus dieser Ehe gehen zwei Kinder hervor.
1879: Siemens entwickelt die erste elektrische Straßenbeleuchtung und elektrische Eisenbahn.
1888: Erhebung in den Adelsstand.
1892: Werner von Siemens stirbt am 6. Dezember 1892 in Berlin.

Empfehlenswerte Literatur zu Werner von Siemens: