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Biografie und Lebenslauf von Marie Curie

Steckbrief & Allgemeine Informationen

Marie Curie Name: Marie Sklodowska Curie
Geburt: 7. November 1867 in Warschau (Polen)
Tod: 4. Juli 1934 in Sancellemoz (Frankreich)
Erreichtes Lebensalter: 66 Jahre
Eltern: Bronislawa Sklodowski, Wladyslaw Sklodowski
Nationalität: Polen, Frankreich
Ausbildung: University of Paris
Beruf: Chemikerin, Physikerin
Fachbereich: Radiologie
Bekanntestes Werk: Recherches sur les substances radioactives (1903)
Familie: Pierre Curie (verh. 18951906), zwei Kinder
Auszeichnungen: Nobelpreis für Physik (1903), Nobelpreis für Chemie (1911)
Einflüsse: Henri Becquerel

Die Wissenschaftlerin und zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie ging als eine der wichtigsten Frauen des frühen 20. Jahrhunderts in die Geschichte ein und schuf die Grundlagen der modernen Nuklearphysik. Sie zeichnete sich nicht nur durch Unermüdlichkeit und innovatives Denken aus, sondern bewies auch persönlichen Mut und leistete im Ersten Weltkrieg wertvolle humanitäre Dienste.

Kurzbiografie:

Kindheit und Ausbildung:
Marie Curie wurde am 7. November 1867 als Maria Salomea Sklodowska in Warschau geboren. Sie wuchs mit ihren vier älteren Geschwistern in einem Intellektuellenhaushalt auf. Ihr Vater war als Physik- und Mathematiklehrer tätig, die Mutter führte ein Mädchenpensionat, in dem die Familie Sklodowska zur Zeit, als Marie Curie auf die Welt kam, auch wohnte. Die Familie lebte einige Zeit äußerst bescheiden, als der Vater jedoch eine Anstellung als stellvertretender Direktor einer renommierten Schule erhielt, wurde ihm eine größere Dienstwohnung zur Verfügung gestellt. Marie Curies Kindheit war von großen politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen geprägt, denn Polen wurde in dieser Zeit russifiziert, wodurch der Vater seine Anstellung bald wieder verlor. Fehlinvestitionen führten zudem dazu, dass die Familie in finanzielle Engpässe geriet. Als die kleine Maria etwa sechs Jahre alt war, erkrankte ihre Mutter an Tuberkulose und mied aus Angst, sie anzustecken, jeden körperlichen Kontakt zu ihr. Um die emotionale Kälte vonseiten ihrer Mutter zu kompensieren, stürzte sich die Tochter in eifriges Lernen und absolvierte ihre Schulausbildung als Klassenbeste.

Im Jahr 1885 nahm sie eine Anstellung als Gouvernante bei einer Anwaltsfamilie an und finanzierte mit ihrem Lohn das Studium ihrer älteren Schwester Bronia in Paris. Da Frauen zu jener Zeit nicht zum Studium in Warschau zugelassen wurden, verbrachte Marie Curie ihre Freizeit damit, Literatur über Anatomie, Physik und Physiologie zu studieren, um sich auf eine geplante akademische Ausbildung im Ausland vorzubereiten. Nach drei Jahren als Erzieherin im Haus der Familie Zorawski kehrte Marie Curie nach Warschau zurück und lebte bis 1891 mit ihrem Vater zusammen. Durch einen Cousin erhielt sie erstmals Zugang zu einem Labor, in dem sie Experimente durchführen konnte, was sie in ihrem Wunsch, Physik zu studieren, bestärkte. Im Jahr 1891 folgte sie ihrer Schwester Bronia nach Paris und nahm, nun von dieser finanziell unterstützt, das Studium der Physik an der Sorbonne auf. Sie schloss ihr Studium mit Auszeichnung ab und promovierte im Jahr 1903 bei ihrem Physikprofessor Henri Becquerel.

Wissenschaftliche Errungenschaften und akademische Karriere:
Während der Zeit ihres Doktoratsstudiums lernte Maria Sklodowska Pierre Curie kennen, den sie im Juli 1895 heiratete und der später der Vater ihrer beiden Töchter wurde. Das Ehepaar bezog ein primitiv eingerichtetes Labor in Paris und begann damit, physikalische Experimente unter äußerst schlechten Arbeitsbedingungen durchzuführen. Pierre Curie finanzierte das Leben der Familie und das Labor mit einer Anstellung als Lehrer an der Pariser Schule für industrielle Physik und Chemie. Nachdem ihr Professor Henri Becquerel im Jahr 1896 erstmals die Strahlung des Urans nachweisen konnte, gelangte Marie Curie zu der Überzeugung, dass auch andere Elemente diese Eigenschaft besitzen mussten. Sie begann gemeinsam mit ihrem Mann, fieberhaft in ihrem Labor daran zu forschen. Durch ihre Arbeit an dem Mineralgestein Uraninit oder Pechblende gelang es den Curies, zwei bislang unbekannte, natürlich strahlende Elemente zu isolieren, die Marie Curie, inspiriert von ihrer Heimat "Polonium" und "Radium" nannte. Auch der Begriff "radioaktiv", der diese Strahlung der Elemente bis heute definiert, ist auf die Namensgebung durch die Wissenschaftlerin zurückzuführen. Im Jahr 1900 nahm Pierre Curie seine Tätigkeit als Physikprofessor an der Sorbonne auf und hielt Vorlesungen über die mit seiner Frau entdeckte Radioaktivität, die in Fachkreisen große Anerkennung fanden.

Im Jahr ihrer Promotion wurde Marie Curie gemeinsam mit ihrem Mann und Becquerel für ihre bahnbrechenden Entdeckungen der Radioaktivität mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet, der erst zwei Jahre zuvor erstmals vergeben worden war. Damit ging sie als erste und jüngste Frau in die Geschichte ein, die je den Nobelpreis erhielt. 1903 wurde sie für ihre Verdienste zusätzlich mit der Davy-Medaille der britischen Royal Society geehrt. Noch im selben Jahr veröffentlichte Marie Curie ihre Dissertation unter dem Titel "Recherches sur les Substances Radioaktives", zu deutsch "Untersuchungen über die radioaktiven Substanzen".

Im April 1906 wurde Pierre Curie von eine Pferdekutsche angefahren und erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen. Marie Curie reagierte auf diesen Schicksalsschlag, indem sie sich in die Arbeit stürzte und an den mit ihrem Mann gewonnenen Erkenntnissen fieberhaft weiterforschte. Bereits wenige Wochen nach dem Tod ihres Mannes trat sie dessen Nachfolge an und wurde zur ersten Frau Frankreichs, die an der Universität eine Professur übernahm. 1910 veröffentlichte sie die Arbeit "Traité de Radioactivité" und wurde im Jahr darauf mit ihrem zweiten Nobelpreis, diesmal im Fach Chemie für ihre Errungenschaften geehrt. Bereits im Jahr 1912 machte sich die langjährige Arbeit mit radioaktivem Material, die Marie Curie ohne angemessene Schutzmaßnahmen durchgeführt hatte, durch ernste gesundheitliche Probleme bemerkbar. Von einer komplizierten Nierenoperation erholte sie sich dennoch schnell und nahm ihre Arbeit wieder auf.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wandte sie sich der Radiologie zu und begann damit, in Krankenhäusern mit Röntgenapparaten zu arbeiten und im Jahr 1914 die Gründung des französischen Radiuminstituts zu initiieren. Ihre Tätigkeit in den Spitälern inspirierte sie dazu, mobile Röntgenwagen ausstatten zu lassen, um den verwundeten Soldaten trotz des Personalmangels in den medizinischen Einrichtungen helfen zu können. Gleichzeitig bildete sie während des Ersten Weltkrieges mehrere Röntgenologen persönlich aus. Ihr tatkräftiger und mutiger Einsatz im Krieg brachte ihr auf internationaler Ebene großes Ansehen. In den Jahren nach 1918 bereiste sie unter anderem die Vereinigten Staaten, Brasilien und einige Länder Europas, wo sie Vorlesungen hielt und Spenden für das Radiuminstitut sammelte, das sie allmählich zu einem Zentrum für Kernphysik ausbaute. Bereits in den frühen Zwanzigerjahren machten sich Seh- und Hörstörungen als Folge ihrer Arbeit mit radioaktiven Substanzen bemerkbar. Am 4. Juli 1934 starb Marie Curie in einem Sanatorium im Schweizer Kurort Sancellemoz an den Folgen ihrer Leukämieerkrankung.

Privates:
Das Familienleben, das Marie Curie mit ihrem Mann führte, fand hauptsächlich in dem gemeinsamen Labor statt und beschränkte sich auf die wissenschaftliche Arbeit. Die beiden Töchter Irène und Ève, die hauptsächlich von Gouvernanten und Großeltern versorgt wurden, gaben später an, unter der räumlichen Distanz zu ihrer Mutter erheblich gelitten zu haben. Irène Curie trat in die Fußstapfen ihrer Eltern und wurde ebenfalls Physikern. Auch sie wurde später für ihre Leistungen mit dem Nobelpreis geehrt und arbeitete während des Ersten Weltkrieges in der mobilen Röntgenstation eng mit ihrer Mutter zusammen.
Nach dem Tod ihres geliebten Mannes ging Marie Curie vorübergehend eine Beziehung zu Paul Langevin, einem ehemaligen Schüler Pierre Curies ein, die zu einem Skandal führte und als "Langevin-Affäre" von der Presse ausgeschlachtet wurde. Marie Curie sah sich veranlasst, die Beziehung zu dem jüngeren und verheirateten Mann aufzugeben, um ihren Ruf als Wissenschaftlerin nicht zu gefährden.

Als Frau, die ihr Leben der Forschung verschrieb, ihre Gesundheit für die Wissenschaft aufs Spiel setzte und im Ersten Weltkrieg durch bahnbrechende Errungenschaften einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leistete, war Marie Curie nicht nur in Fachkreisen hoch anerkannt. In einer Zeit, in der Bildung für Frauen noch längst nicht selbstverständlich war, setzte sie sich mit innovativem Denken und Fleiß in einer männerdominierten Welt durch und inspirierte viele Frauen der folgenden Generationen dazu, ihre eigenen Potentiale zu erkennen und einzusetzen.

Lebenslauf:

1867: Marie Curie wird am 7. November 1867 in Warschau (Polen) geboren.
1885 - 1889: Arbeit als Hauslehrerin.
1891: Umzug nach Paris.
1891: Studium der Physik an der Universität Paris (Sorbonne).
1895: Heirat mit Pierre Curie. Aus dieser Ehe gehen zwei Kinder hervor.
1898: Entdeckung der chemischen Elemente Polonium und Radium.
1903: Dissertation zum Thema "Recherches sur les substances radioactives".
1903: Nobelpreis für Physik, gemeinsam mit Henri Becquerel und Pierre Curie.
1903: Verleihung der Davy-Medaille durch die Royal Society.
1906: Ihr Ehemann Pierre Curie stirbt.
1908: Ernennung zur Professorin für Physik an der Sorbonne.
1911: Nobelpreis für Chemie, u.a. für die Entdeckung von Polonium und Radium.
1914-1918: Während des ersten Weltkriegs Tätigkeit als Radiologin.
1920: Reise nach Amerika.
1934: Marie Curie stirbt am 4. Juli 1934 in Sancellemoz (Frankreich).

Empfehlenswerte Literatur zu Marie Curie: