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Biografie und Lebenslauf von Carl von Linné

Steckbrief & Allgemeine Informationen

Carl von Linné Name: Carl von Linné
Geburt: 23. Mai 1707 in Råshult bei Älmhult
Tod: 10. Januar 1778 in Uppsala
Erreichtes Lebensalter: 70 Jahre
Eltern: Nils Ingemarsson Linnaeus, Christina Brodersonia
Nationalität: Schweden
Ausbildung: Universitäten Lund, Uppsala und Harderwijk
Beruf: Biologe
Fachbereich: Botanik, Zoologie
Bekanntestes Werk: Species Plantarum (1753), Systema Naturae (1735)
Familie: Sara Elisabeth Moraea (verh. 17391778); sieben Kinder
Einflüsse: Joseph Pitton de Tournefourt, Kilian Strobaeus

Als Vater der modernen Botanik ging der schwedische Wissenschaftler und Arzt Carl von Linné in die Geschichte ein. Seine unermüdliche Arbeit an der Systematik der Pflanzen wirkt bis in die Gegenwart, denn seine binäre Nomenklatur ist in der Biologie bis heute in Verwendung (siehe: Systema Naturae).

Kurzbiografie:

Kindheit und Ausbildung:
Carl von Linné wurde am 23. Mai 1707 mit bürgerlichem Namen Carl Nilsson Linnaeus in der kleinen Ortschaft Råshult im Småland geboren. Sein Vater Nils Ingemarrson Linnaeus war wie schon sein Großvater als Pfarrer tätig und erwartete von seinem ältesten Sohn, ebenfalls diese berufliche Laufbahn einzuschlagen. Dennoch war es der Vater, der in dem jungen Carl eine Leidenschaft für Pflanzen und Natur weckte, denn er kultivierte in seinem Garten einige aus Deutschland stammende, für Schweden ungewöhnliche Arten, für die sich der Junge sehr interessierte. Carl Linnaeus wurde ab dem Alter von sieben Jahren einige Zeit lang von einem Privatlehrer unterrichtet, bevor ihn seine Eltern im Jahr 1717 nach Växjö an die dortige Domschule schickten, um die Weichen für seine kirchliche Ausbildung zu stellen. Dort litt der Junge von Anfang an an den strengen Erziehungsmethoden und begeisterte sich außerdem kaum für jene Fächer, die für die Pfarrerausbildung relevant waren. Sein Vater erfuhr im Zuge eines Besuches, dass sein Sohn ein großes Interesse an den Fächern Latein, Naturwissenschaften und Mathematik zeigte und in allen anderen Fachgebieten nicht die von ihm erwarteten Leistungen brachte. Ein Freund der Familie, der Arzt Johan Stensson Rothmann unterbreitete dem Vater daraufhin den Vorschlag, den jungen Carl in seinem Haus aufzunehmen und in den für eine medizinische Karriere wichtigen Fächern unentgeltlich zu unterrichten, da er die außergewöhnlichen naturwissenschaftliche Begabung des Jungen erkannte. Die folgenden Jahre waren für Carl Linnaeus sehr prägend, denn Rothmann brachte ihm nicht nur die Grundkenntnisse in Physiologie und Botanik bei, sondern machte seinen Schüler auch mit bahnbrechenden Schriften über die Klassifizierung und die sexuelle Fortpflanzung der Pflanzen vertraut. Vor allem das Klassifizierungssystem des französischen Botanikers Joseph Pitton de Tournefourt hinterließ bei dem jungen Linnaeus einen bleibenden Eindruck.

Durch seine nur mäßigen Leistungen am Gymnasium wurde ihm vonseiten des Direktors der Domschule ein nur wenig löbliches Zeugnis für seine universitäre Ausbildung ausgestellt. Dennoch wurde Carl Linnaeus an der Universität in Lund zum Studium der Medizin zugelassen und kam für ein Jahr im Haus des Professors Kilian Strobaeus unter, wo er Zugang zu einer großen Privatbibliothek mit Fachliteratur in verschiedenen naturwissenschaftlichen Fächern genoss. Während seiner Ausbildung in Lund verbrachte er die Nächte damit, die Bücher Strobaeus eingehend zu studieren und hielt sich in seiner Freizeit gerne in der freien Natur auf. Nachdem er eines Tages von einem Tier gebissen wurde und anschließend unter einer schwerwiegenden Entzündung der Wunde litt, reiste er zur Erholung in seinen Geburtsort und begegnete dort dem Arzt Rothmann wieder. Auf Anraten seines ehemaligen Lehrers kehrte er nicht nach Lund zurück, sondern schrieb sich stattdessen in Uppsala an der Universität ein, wo er sein Medizinstudium schließlich abschloss. Noch während seiner Studienzeit unternahm er ab dem Jahr 1732 mehrere längere Reisen, die ihn unter anderem nach Frankreich, Deutschland, England und Holland führten und sein Wissen über die Pflanzenwelt und Zoologie immens bereicherten.

Akademische Karriere und wissenschaftliche Errungenschaften:
Noch im Jahr 1731 hatte Carl Linnaeus die Arbeit an einem umfassenden Katalog aufgenommen, um die verschiedenen Arten im botanischen Garten der Universität Uppsala zu kategorisieren. Dabei wandte er zu Beginn das von Tournefourt entwickelte Klassifizierungssystem an, dessen Gültigkeit er jedoch im Zuge seiner intensiven Arbeit anzuzweifeln begann. Dies veranlasste ihn dazu, sein eigenes, in 24 Klassen unterteiltes System zu erarbeiten und gleichzeitig die ersten Entwürfe für seine späteren bahnbrechenden wissenschaftlichen Abhandlungen zu konzipieren. Sein Hauptwerk, die berühmte "Systema naturea" veröffentlichte Linnaeus im Jahr 1935, die ihn schlagartig in der akademischen Welt bekannt machte und ihm große Anerkennung vonseiten der Kollegen einbrachte. Im selben Jahr erlangte er in Holland seinen Doktorgrad der Medizin. In den folgenden Jahren beschäftigte er sich weiter intensiv mit der Ordnung der Tier- und Pflanzenwelt und gab zahlreichen Arten wissenschaftliche Bezeichnungen, die in der Biologie heute noch verwendet werden. Dabei war Linnaeus der erste Wissenschaftler, der die Pflanzen anhand ihrer Blütenblätter, Stempel und Staubgefäße genau bestimmte und Symbole für männliche und weibliche Exemplare einführte.

Im Jahr 1738 ließ er sich nach seinen ausgedehnten Reisen in Stockholm nieder, wo er eine Arztpraxis eröffnete. Wenig später wurde er Mitbegründer der Schwedischen Akademie der Wissenschaften und für einige Monate deren erster Vorsitzender. Als Professor Olof Rudbeck in Uppsala im Jahr 1740 verstarb, übernahm Linnaeus zunächst seinen Lehrstuhl für Botanik an der dortigen Universität, tauschte diesen jedoch wenig später gegen den Lehrstuhl der Medizin und Anatomie ein. In Ansprache mit seinem langjährigen Freund und Kollegen Nils Rosén von Rosenstein kam es nach einigen Monaten erneut zu einem Tausch, der Linnaeus zum Professor der Botanik, der Wissenschaft heilender Substanzen und der Diätetik machte und ihm auch die Leitung des botanischen Gartens der Universität übertrug. Dort legte er im Jahr 1745 seine berühmte Blumenuhr, ein buntes Blumenbeet in Form eines Uhrenziffernblattes an, die auch heute noch besichtigt werden kann. Durch seine Arbeit und weitere Forschungsreisen veröffentlichte er in den folgenden Jahren zahlreiche wichtige Standardwerke wie "Species plantarum", die zusammen mit der "Systema naturae" die Grundlage der modernen Nomenklatur innerhalb der Zoologie, Botanik und Mineralogie darstellt. Für seine außergewöhnlichen wissenschaftlichen Errungenschaften wurde er im Jahr 1761 in den Adelsstand erhoben und nannte sich ab diesem Zeitpunkt Carl von Linné. Mit diesem Namen ging der visionäre Naturforscher und Arzt in die Geschichte der Naturwissenschaften ein. Nachdem er im Jahr 1774 einen Schlaganfall erlitten hatte, konnte er sich gesundheitlich nie wieder erholen. Er verstarb in Uppsala am 10. Januar 1778 und wurde im Dom der Stadt beigesetzt.

Privates:
Als Carl von Linné im Jahr 1738 seine Arztpraxis in Stockholm eröffnete, tat er dies nur, um sich finanziell abzusichern und seine langjährige Verlobte Sara Elisabeth Morea heiraten zu können. Das Ehepaar hatte insgesamt sieben Kinder, wobei zwei bereits früh verstarben. Der älteste Sohn Carl schlug ebenfalls die Laufbahn als Naturwissenschaftler ein, konnte das Werk seines Vaters jedoch nur kurze Zeit fortsetzen, da er bereits im Alter von nur 42 Jahren einem Schlaganfall erlag. Carl von Linné der Jüngere war eine Zeit lang ebenfalls Professor in Uppsala und arbeitete während seiner akademischen Laufbahn an zwei Schriften, die er als Weiterführungen der Werke seines Vaters in den Jahren 1762 und 1781 publizierte.

Durch die für seine Zeit innovative Herangehensweise an die Klassifizierung der Tier- und Pflanzenwelt begründete Carl von Linné die moderne Systematik, die in der Biologie bis heute in Verwendung ist. Er war es auch, der die Gründung der Schwedischen Akademie der Wissenschaften anregte, die heute für die Ernennung der Physik- und Chemienobelpreisträger weltweit bedeutsam ist. Einige Zeitgenossen Carl von Linnés lagen ganz richtig, als sie seine außergewöhnlichen Leistungen damit zusammenfassten, dass der berühmte Naturforscher die von "Gott geschaffene Welt geordnet" hat.

Lebenslauf:

1707: Carl von Linné wird am 23. Mai 1707 in Råshult bei Älmhult geboren.
1717-1724: Besuch der Domschule in Växjö.
ab 1726: Unterricht bei Johan Stensson Rothmann
1727 - 1728: Studium der Medizin an der Universität Lund.
1728: Nach einem Insektenstich entzündet sich die Wunde schwer. Linné überlebt nur knapp.
ab 1728: Studium der Medizin an der Universität Uppsala.
1735: Dissertation an der Universität Harderwijk.
1735: "Systema Naturae", eine zoologische Nomenklatur, wird veröffentlicht.
1738: Eröffnung einer Arztprtaxis in Stockholm.
1739 - 1778: Ehe mit Sara Elisabeth Moraea. Aus der Beziehung gehen sieben Kinder hervor.
1740: Professor an der Universität Uppsala.
1753: "Species Plantarum" wird veröffentlicht.
1761: Erhebung in den Adelsstand.
1774 & 1776: Linné erleidet zwei Schlaganfälle, von denen er sich zeitlebens nicht mehr erholt.
1778: Carl von Linné stirbt am 10. Januar 1778 in Uppsala.

Empfehlenswerte Literatur zu Carl von Linné: